WAGNIS MENSCH SEIN # Ein autobiographischer Theaterabend

Eigentlich hatte sich ein Ensemble mit sechs SchauspielerInnen zusammengefunden. Es gab eine Stückentwicklung. Es war ein Herzblutprojekt. Es sollte ein Theaterabend werden. Doch zum Premierenbeginn findet sich eine Schauspielerin alleine auf der Bühne wieder und wartet vergeblich auf ihre Kollegen. Die sagen das Projekt kurzfristig ab, sind in das falsche Flugzeug gestiegen, stehen im Stau und finden sich unvermutet auf einer Polizeiwache wieder. Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen, sagte John Lennon.

Und weil Schauspieler nun mal Schauspieler geworden sind, um zu spielen, tut Anja Jacobsen genau das. Sie spielt das Stück alleine, schlüpft in die unterschiedlichsten Figuren, macht aus der Not eine Tugend, schmeißt sich in die Rollen, anstatt sich in die Badewanne zu legen und spielt sich die Verzweiflung aus dem Leib. Es entspinnt sich eine ungewöhnliche, liebevolle Geschichte mit Kurt, der lieber Wurstwasser trinkt, anstatt Buletten zu essen, Anna, die mit einem Taxi zurück in den Mutterleib fährt, Iris, mit dem ungewöhnlichen Namen Wurstinger, Gerald, der immer noch nicht weiß, in welcher Realität er sich eigentlich befindet, Achmed, mit einem unsichtbaren Schaden an seinem Auto, der Therapeutin Erika, die auf außergewöhnliche Methoden zurückgreift und langsam aber stetig vermischen sich Spiel, Realität, Theater und Leben.

Eine Geschichte über die Suche im Leben, über Wagnisse, Auseinandersetzungen, Herzschmerz und ungewöhnliche Zusammenkünfte. Eine Geschichte über das Dranbleiben. Am Leben. An Herausforderungen. Und an sich selber.